Gelber Apfel

Es wird gelb. So sicher wie es Herbst wird.

Wenn ich aus dem fahrenden Zug in das vorbeifliegende Umland blicke, beginnt das Grün einen gelben Stich zu bekommen. An den nahe der Wurzeln wachsenden Blättern der Maispflanzen, etwas weiter darüber die gelben Blüten der Goldrute, in den Baumkronen der Mischwälder und die satten Hänge der Berggipfel. Der Sommer, das Element Feuer verabschiedet sich für eine weitere Dekade und lässt sich von der Übergangsphase Doju und dem Element Erde ablösen. Wie gut! Die extreme Hitzeperiode ist Vergangenheit, jetzt freuen sich alle, auch die, die nicht alt sind, auf den Altweibersommer. Entspannung tritt ein. Das macht auch das Essen, wenn es im Zyklus der 5-Wandlungsphasen oder auch 5-Elemente zubereitet wird und schwerpunktmäßig Lebensmittel aus dem Element Erde verwendet werden. Diese sind vom Geschmack süß und von der Farbe gelb oder orange, na schau!

Die Wirkung vom süßen Geschmack: Er verteilt die Energie im Körper nach allen Richtungen, entspannt, entkrampft, befeuchtet, stärkt Yin- und Yang-Wurzel und harmonisiert den gesamten Organismus. Entspannung, Befeuchtung: genau das Richtige nach Kirchtagsrummel, Hitzestau und Unwetterkatastrophen.

Denn die Erde steht für die Mitte, für den Boden unter unseren Füßen, für das Verwurzelt und gut geerdet sein, in seiner Mitte sein. Für Heimat, Quelle der Elemente, Gegenwart, Konzentration, Vernunft, Stabilität.

Auftretende Disharmonien sind: Störung des Gleichgewichts, aus der Mitte sein, Boden unter den Füßen verlieren, zuviele Sorgen haben, grübeln und im Kreis denken und jede Form von Suchtverhalten, bei der es um Einverleibung geht.

Natürlich kann man die Erde heilen: Mit sinnlichen Genüssen, mit achtsamem Umgang mit sich und den Lebensmitteln, die man zu sich nimmt, mit Gerichten wie von Mutter oder Großmutter zubereitet. Essen heilt das Element Erde. Was für ein Segen!